Einen wunderschönen guten Tag alle miteinander,
die halbe Stunde, die wir gestern früher gefrühstückt haben, durften unsere Teilnehmenden heute länger im Bett bleiben. Im Schnitt sind wir also bis jetzt jeden Tag zur gleichen Zeit beim Frühstück gewesen. Das reichhaltige Buffett von Toast mit Vollkorn oder ohne wertvolle Ballaststoffe kann wahlweise mit Marmelade, Haselnussaufstrich oder dem niederländischen Hagelslag bedeckt werden. Das sind entweder Schokoladen- oder Zuckerstreusel. Wer es etwas deftiger haben möchte kann als Alternative zu Wurst oder zum Käse greifen. Unterschiedliche Arten von Frühstücks-Turbo können mit Kuhmilch oder Hafermilch aus der Schüssel gelöffelt werden. Die Rohkostteller mit Gurken oder Karotten werden allerdings von manchem vehement verschmäht. Mir ist zwar noch kein Fall von einer Überdosis an Vitaminen bekannt der negative Folgen hatte, aber die Jugendlichen werden auch keinen Gegenbeweis liefern können.
Vormittags gab es unsere erste Workshop-Einheit. Zur Wahl standen niederländisch lernen, Kleidung mit Textilfarbe bemalen und ein Sportangebot. Bei unserem Sprachkurs konnte ein Memory gespielt oder ein Brief übersetzt werden.Seit dieser Aktion sind im ganzen Haus Kreppbänder mit den niederländischen Bezeichnungen an den jeweiligen Gegenständen angebracht. Vieles klingt ähnlich aber die Schreibweise ist fundamental anders. Mein Favorit ist der lichtschakelaar. Mit diesem Bauteil das beim Stromsparen helfen soll um ungenutzt Räume nicht weiterhin zu beleuchten haben einige unser Teilis noch so ihre Probleme.
Die verschiedenen Kleidungsstücke wurden kunstvoll mit schwarzer und weißer Farbe mit eigenen Mustern und Motiven aus der Natur verziert. Ob Cappie oder T-Shirts, die Kleidungsstücke wurden zu einzigartigen Unikaten, die auch noch lange nach der Freizeit an die tolle Aktion erinnern werden. Das körperliche Betätigungsfeld lag schwerpunktmäßig auf dem Volleyball Feld 10 m vor unsere Haustüre. Von außen betrachtet könnte man auf ein Vollyballcmap schließen. Nicht nur im Rahmen unserer Workshopphase wird dort gespielt, sondern selbst bei einbrechen der Dämmerung ist immer noch Platz für einige Bridges über das Netzt. Besonders erfreut uns, dass sich verschiedene Gruppen mit wechselnder Spieleranzahl auf dem Feld die Zeit vertreiben.
Zum Mittagessen gab es zusätzlich zur Brotzeit einen frischen italienischen Nudelsalat mit Pesto. Danach ging es auch direkt sportlich weiter mit einem traditionsreichen Programmpunkt, dem Roundern. Das ist eine Mischung aus Baseball und Brennball, was einige vielleicht noch aus dem Sportunterricht kennen. Ein Tennisball wird am Startpunkt mit einem Baseballschläger so weit wie möglich geschlagen. Wobei dies einiges an Koordination bedarf. Den Basballschläger genau auf die Flugbahn des zugeworfenen Tennisballes abzustimmen. Spätestens nach dem dritten Versuch hatten alle unser Teilis diese Hürde gemeistert und der Ball flog durch die Luft. Nun galt es möglichst viel Strecke rund um das Spielfeld zurückzulegen. An Savepoints auf dem Weg konnte eine Pause eingelegt werden. Die Laufzeit wurde durch schnelles und taktisches agieren der gegnerischen Mannschaft, die den Ball zum Brenner (einen Eimer), zurück befördern musste limitiert. Für jede Person der Läufermannschaft gab es einen Punkt. Nach 10 Minuten wurden dann die Spielaufgaben getauscht. Der Sieg mit den meisten gelaufen Runden ist aber eher Sekundär. Der Spass steht für alle viel mehr im Mittelpunkt.
Gut gelaunt versammelten sich alle im Speisesaal um die landestypische Bitterballen mit Stampot zu genießen. Das ist ein Kartoffelbrei mit Karotten und Hackfleischbällchen. Im ersten Moment eine ungewöhnliche Kombination aber sehr lecker. Den Rest des Abends konnten unsere Teilnehmenden frei gestalten, was eigentlich alle dazu nutzten gemeinsam im Außenbereich verschiedene Spiele zu spielen. Das Betreuerteam nutzte die freie Zeit für die Tagesreflexion, bis wir überraschend Besuch von unserem Nachbarhaus erhielten. Dort ist ebenfalls eine evangelische Jugend untergebracht. Die Teamenden der anderen Gruppe brachten selbstgemachte Zimtschnecken für uns mit, da sie zwei Tage zuvor daran scheiterten heimlich unser Banner zu entführen. So kam es zu einer gemütlichen Runde, in der sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der ehrenamtlichen Arbeit ausgetauscht wurde.
Wir freuen uns auch weiterhin sehr über die Grüße aus der Heimat in den Kommentaren. Diese werden bei der nächsten Gelegenheit natürlich auch an die Gruppe weitergegeben.
Bis ganz bald
Marco und Marlene







